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Es war einmal... 

die Berufe Kfz-Mechaniker und Kfz-Elektriker sind Geschichte geworden.

Ab dem Lehrjahr 2003/04 gibt es einen neuen Ausbildungsberuf: 
den Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem eigens geschaffenes Berufsfeld Fahrzeugtechnik. 

Der künftige Kfz-Mechatroniker vertieft einen der folgenden Schwerpunkte


Mechatroniker

Die berufliche Grundbildung im ersten Ausbildungsjahr ist mit den künftigen Berufen des "Mechanikers für Karosserie und Fahrzeugtechnik", "Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik" sowie dem "Zweiradmechaniker" identisch.

Die anschließende berufliche Fachbildung dauert 1,5 Jahre und in allen Hauptpunkten gleich. Die abschließenden Schwerpunkte dauern ein Jahr. Die neue Ausbildungsverordnung gilt für Azubis aus Handwerk und Industrie. 

Die Inhalte für die neue Ausbildungsverordnung wurden gemeinsam von Vertretern der Automobilindustrie, der IG-Metall und des ZDK erarbeitet. Schon in der Grundbildung des ersten Jahres finden sich völlig neue Ausbildungsinhalte. So sind "Qualitätsmanagement", "Betriebliche und technische Kommunikation" und "Kommunikation mit Kunden" neue verbindliche Qualifikationen. 

Diagnose  

Wichtigste Kompetenz des Kfz-Mechatronikers wird die Diagnose sein. Selbstständiges Arbeiten, der Umgang mit Software und Datensammlungen sind nur einige Schlagworte. 

Es wird Störungs- und Schadensanalyse durch eingrenzenden Kundenbefragung durchgeführt, Beratung angeboten. Der Azubi soll auf betriebliche Angebote hinweisen und Kunden in die Fahrzeugbedienung einweisen.

Beim Qualitätsmanagement, vielen durch die ISO-9002-Zertifizierung bekannt, geht es darum, dass der Azubi alle betrieblichen Prozesse im Unternehmen überblickt und seinen Teil zum reibungslosen Ablauf in der betrieblichen Organisation beiträgt. Dazu gehört das zuvor Arbeitsplanung bzw. Technische Kommunikation genannte Auswählen der richtigen Prüfmittel und Werkzeuge, das Suchen von Fehlern und Mängeln im Arbeitsprozess einschließlich deren Dokumentation, das Abschätzen von Folgefehlern sowie das Anwenden des betrieblichen Qualitätsmanagementsystems. Qualitätsmanagement ist sehr umfassend und gilt als hochwertige Neuerung.

Die betriebliche und technische Kommunikation wird in der Werkstatt immer wichtiger. Reparaturanleitungen soll der angehende Kfz-Mechatroniker aus dem Internet oder aus CDs selbstständig verwerten können. Dazu gehören besonders Sprachkenntnisse in Englisch zum besseren Verständnis der oft englischbasierenden Fachbegriffe.

Ebenso soll der Azubi in der Lage sein, technische Zeichnungen zu interpretieren und anzuwenden sowie kleinere Skizzen (keine Zeichnungen) anzufertigen. Weiterhin sollen unter diesem Begriff auch Hersteller- und Gewährleistungs- sowie Kulanzrichtlinien angewandt werden. Ferner soll er die Software von Steuergeräten aktualisieren und parametrieren können.

  

Weitere Details unter www.autoberufe.de.

Im Juni 2004, ein Jahr vor der ersten Prüfung der Mechatroniker, fand unter der Schirmherrschaft des ZDK auf dem Priwall eine Tagung zur Problematik der gestreckten Gesellenprüfung statt.

Bewertungskriterien, Bestehensregelungen und Durchführungsvarianten waren neben den Entwicklungen  in der Berufsausbildung (Kfz) die wichtigsten Punkte des Tages.


Quelle: kfz-mv.de 2-2004

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Gerade erst gelesen und für mich wie das Wort zum Sonntag

Zitat: 
"Jeder fünfte Kfz-Lehrling gibt auf 
Jugendliche sind von der Autobranche fasziniert. 
Doch die leidet unter schwachen Leistungen der Lehrlinge. 
,Alte Hasen' sind künftig wieder stärker gefragt.
Rostock (OZ):Jobs im Kfz-Gewerbe gehören nach wie vor zu den bundesweit gefragtesten Ausbildungsrichtungen. Über Probleme und Perspektiven des Berufsnachwuchses sprach OZ mit dem Geschäftsführer des Zentralverbandes des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK Ingo Meyer (62).

OZ: Die Zeiten des reinen Schraubers in der Werkstatt sind weitgehend vorbei. Gefragt sind Mechatroniker. 
Wie viele Bewerber gibt es im Schnitt?
Meyer: Aktuell kommen bundesweit im Schnitt zwei Bewerber auf einen Ausbildungsplatz. Regional sind die Unterschiede aber groß. Während in Süddeutschland die Nachfrage ausreichend ist, bemühen sich z. B. in M-V im Schnitt sieben bis acht junge Leute um eine Lehrstelle. Derzeit sind sich hier 822 Mechatroniker und 845 Kfz-Mechaniker in der Ausbildung. Darunter sind übrigens nur fünf bzw. sieben Frauen.

OZ: Das Kfz-Gewerbe hält in Deutschland um die 500 000 Menschen in Lohn und Brot. Etwa 100000 sind Azubis. Damit bilden Sie weit über Bedarf aus. Schafft man damit jugendliche Arbeitslose am Fließband?
Meyer: Keineswegs. Denn in der Praxis geben 20 Prozent während der Lehre auf. Weitere 20 Prozent bestehen die Gesellenprüfung nicht. Und wiederum 20 Prozent der jungen Leute entschließen sich nach der Ausbildung, etwas anderes zu machen. Dadurch kann der Bedarf gerade noch abgedeckt werden. Für Gesellen in den neuen Ländern bleibt freilich oft nur der 
Umzug in wirtschaftsstarke Regionen wie Baden-Württemberg.

OZ: Nicht nur in den zehn Innungen des Kfz-Gewerbes M-V hält das Stöhnen über die ständig schwächeren Leistungen der Schulabgänger an. So lag z. B. bei der letzten Gesellenprüfung in der Innung der Kreise Rostock und Bad Doberan die Durchschnittsnote in der Theorie bei 3,94 und in der Praxis bei 3,19. Nagt das nicht an der Substanz in der Branche?
Meyer: Glücklicherweise können wir bei den Bewerbern noch auswählen. Doch die teilweise erschreckenden Fehlleistungen in naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathematik und Physik sind alarmierend. Ein Mechatroniker muss z. B. Schaltpläne lesen können und Diagnosegeräte bedienen. Zudem sind Konzentrationsmängel zu beobachten. 
Die Ursachen für die Defizite liegen im gesamten Erziehungsschema. Dieses umzubauen, wird aber zehn bis 15 Jahre dauern.
 

OZ: Neben der Leistungsmisere dürften auch dem Kfz-Bereich bald die geburtenschwachen Jahrgänge verstärkt zu schaffen machen?
Meyer: In der Tat. Gab es im Jahre 2000 in den neuen Bundesländern noch mehr als 240 000 Schulabgänger, so werden es im Jahre 2010 noch 124000 sein. Deshalb müssen wir unsere Angebote wie Mechatroniker, Mechaniker für Karosserie- und Instandhaltungstechnik, Fahrzeuglackierer und Automobilkaufmann so attraktiv wie möglich gestalten. Andererseits ist Schluss mit der in Deutschland lange gepflegten Frühpensionswelle.

OZ: Demnach naht das Ende des Jugendwahns? Werden die Betriebe die erfahrenen Kräfte aber auch bezahlen können?
Meyer: Es bleibt uns nichts anderes übrig, als verstärkt auf unsere „alten Hasen" zu setzen. Einige ,virtuelle' Ingenieurleistungen ohne Erprobung durch altgediente .Fahrmeister zeigten, wie teuer das Ignorieren der vorhandenen Erfahrung in Firmen sein kann. Neben der Bereitschaft, auch als über 50-Jähriger dazu zu lernen, muss klar sein, dass nicht mit jedem weiteren Berufsjahr eine Gehaltserhöhung folgen kann.

OZ: Im Alltag wird viel über Leistungsunterschiede zwischen Ost und West debattiert. Hat sich das Niveau nicht angeglichen?
Meyer: Nach der Wende räumte der Berufsnachwuchs aus dem Osten bei nationalen Leistungswettbewerben die Preise ab. Die Vorbildung der jungen Leute war besser. Hinzu kamen hervorragendes technisches Verständnis und Improvisationsvermögen. Dieser Vorsprung schmolz. Heute ist das Niveau vergleichbar.

OZ: Noch immer gibt es große Differenzen bei der Entlohung in den neuen und alten Ländern. Bleibt dies ein Dauerthema?
Meyer: Ein Mechatroniker im Osten erhält einen Stundensatz von acht bis neun Euro. Im Westen liegt dieser bei 13 Bis 14 Euro. Das macht uns nicht froh, doch die Entlohnung Ist ein Problem des Marktes. Auf absehbare Zeit wird es keine Anpassung geben. Innerbetrieblich existiert jedoch schon lange eine Lohnspreizung. Gute Arbeit wird auch im Nordosten honoriert.


Interview; VOLKER PENNE"

 

Quelle: OZ vom 11.12.2004